Verkehr Projekt 3


Kalibrierung im SBB Zimmerberg-Basistunnel 2020

Martin Bürgler Projektleiter, Hochspannungsleitungen, Luterbach

Anfang des Jahres 2020 konnte die Arnold AG im Auftrag von Nexans Schweiz AG und in Zusammenarbeit mit der Leoni Studer AG die Kalibrierung der Rohranlage im SBB Zimmerberg-Basistunnel durchführen. Im Frühjahr 2021 wird die zweite und grosse Etappe durchgeführt mit der Verlegung zweier 132-kV-Kabelsyteme zwischen Zürich und Kilchberg.

Das SBB Unterwerk Zürich (132/15 kV) wird zurzeit nur durch das UW Seebach mit Energie versorgt. Um die Versorgungssicherheit im Bereich des Hauptbahnhofs Zürich für zukünftige wachsende und sich verändernde Bedürfnisse zu gewährleisten, soll eine zusätzliche Einspeisung von Süden her aus dem Unterwerk Sihlbrugg realisiert werden. Der Grossteil dieser neuen Zuleitung wird als Freileitung ausgeführt. Für den Abschnitt zwischen Kilchberg und dem UW Zürich werden zwei 132-kV-Kabelschlaufen verlegt, wobei zurzeit nur eine davon genutzt wird. Der grösste Teil der neuen Kabelanlage befindet sich im Zimmerberg-Basistunnel (ZBT) zwischen dem Portal Zürich und dem Notausstieg in Kilchberg. Um sich der einwandfreien Funktion der Rohranlage, welche während der Bauphase des ZBT erstellt worden war, zu vergewissern, entschied sich die SBB, eine Kalibrierung in Auftrag zu geben. Im Zuge dieser Kalibrierung wurden auch die definitiven Kabellängen sowie die Masse der Muffen- und Bridenschächte aufgenommen und ausgewertet. Anfang 2020 erhielt die Nexans Schweiz AG in exklusiver Zusammenarbeit mit den Unterlieferanten Arnold AG und Leoni AG den Zuschlag für die komplexe Kalibrierung der im Jahr 2002 im ZBT erstellten Rohranlage. Da für die Kalibrierung im März 2020 bereits ein Zeitfenster von drei Wochen für die Nachtarbeiten vorgesehen war, musste nach der dringenden Bestellung seitens SBB sogleich mit der Arbeitsvorbereitung (AVOR) begonnen werden, um nicht in Verzug zu geraten. Die notwendigen Bahntraktionen und die Sicherheitsdienstleistungen der Securitrans organisierte Leoni Studer zusammen mit Sersa reibungslos kurzfristig. Arnold, zuständig für die Ausführung der Nacht-Kalibrierung, stellte die erforderlichen Maschinen und das Montagepersonal innerhalb 4 Wochen parat.

Aufgrund der Länge der Rohrstrecken von bis zu 1400 Metern mussten entsprechend grosse Kompressoren eingesetzt werden, um das Kaliber durchblasen zu können. Um einem Ausfall einer Maschine oder eines Werkzeugs vorzubeugen, wurden alle Gerätschaften redundant geführt. So mussten insgesamt vier Zugmaschinen auf den Bahntraktionen installiert werden, um bei einem Ausfall einer Maschine nicht den Fortgang der Nachtschicht zu gefährden. Eine zusätzliche Erschwernis war die sehr knapp bemessene Arbeitszeit: Der Tunnel konnte erst um 00:15 Uhr für die Arbeiten freigegeben werden. Nach dem Rangieren, dem Abkoppeln der Traktionen, der Gleissicherung und der Erdung der Fahrleitungen konnten die geplanten Kalibrierungsarbeiten erst gegen 00:45 Uhr aufgenommen werden. Da der Tunnel bereits um 05:10 Uhr für die ersten Züge wieder freigegeben werden musste, blieb so nur eine Netto- Arbeitszeit von rund 3.5 Stunden. Zu den Herausforderungen der kurzen AVOR-Zeit zwischen Bestellung und Ausführung und dem knappen Timing beim Arbeiten im Zimmerbergtunnel, kamen die Einschränkungen durch die gesundheitlichen Sicherheitsmassnahmen des Bundes hinzu. Eine strategische Koordination der personellen Ressourcen war deshalb umso wichtiger. Durch eine gute Vorbereitung und dank der tollen Teamleistung aller Parteien ging es schlussendlich immer auf. Die letzten beiden Rohrstrecken wurden sogar in einer einzigen Nachtschicht kalibriert. So konnte das Teilprojekt gerade noch rechtzeitig vor der COVID-19-bedingten Baustellenschliessung durch die SBB abgeschlossen werden.

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