Verkehr Projekt 4


Umfahrung St. Gallen: Eine Autobahn in Containern

Peter Casparis Bereichsleiter, Curea Elektro AG, Landquart

Ein Teilprojekt der Sanierung der St. Galler Stadtautobahn wurde für die Curea AG zu ihrem bisher grössten Auftrag. Mit dem Gewinn der ASTRA-Ausschreibung begann eine herausfordernde und sehr spannende Umsetzungsphase, die die Flexibilität und Effizienz der Curea auf den Prüfstand stellte.

Die Autobahn A1 ist für die Stadt St. Gallen die wichtigste Verkehrsader für den Ziel-, Quell- und Binnenverkehr, welcher mehr als 80% des ganzen Stadtverkehrs ausmacht. Da die Kapazitäten der seit über 30 Jahren betriebenen Autobahn während der Rush Hour auf einzelnen Abschnitten jeweils überschritten werden, sollte die gesamte Stadtautobahn zwischen Winkeln und Neudorf inklusive der Anschlüsse Kreuzbleiche und St. Fiden in Stand gesetzt werden. So wird der sichere Betrieb der Infrastruktur für weitere 15 bis 20 Jahre gewährleistet. Im Rahmen dieses Grossprojekts schrieb das ASTRA Bundesamt für Strassen ein Teilprojekt zur Erstellung provisorischer Kabelführungen in den Zentralen, Tunnelabschnitten und Teilen der offenen Strecke aus. Nachdem drei Unternehmen eine Offerte eingereicht hatten, erteilte das ASTRA nach zwei Monaten Prüfzeit im Dezember 2018 den Zuschlag an die Curea Elektro AG. Dass die Curea die Ausschreibung für sich gewinnen konnte, war eine grosse Freude für alle und auch ein direkter Start in deren bisher grösstes und herausforderndstes Projekt. Aufgrund des äusserst knapp bemessenen Zeitplans war es notwendig, von einer umfassenden Planung abzusehen und stattdessen umgehend mit der Materialbesorgung, mit Lieferantenanfragen und Rohrmontagen zu beginnen. Im Verlauf der Arbeiten gab es Zeiten, in denen sich mehr als 20 Mitarbeiter mit zwei Bauleitungen im Zweischichtbetrieb Tag und Nacht im Einsatz befanden. Um diese personellen Anforderungen zu decken, arbeitete die Curea in Form der Ressourcen-ARGE «ABC» mit der Arnold AG und Baumeler AG zusammen.

Fun Facts:

Ein gutes Team ist die Grundlage für alle guten Arbeiten, und dies war in diesem Fall nicht anders. Dank dem vollen Einsatz aller Mitarbeitenden und der raschen Teambildung von Personen, welche sonst nicht so oft zusammenarbeiten, war die Fertigstellung dieses Projekts ohne Unfälle möglich.

Nach Abschluss der Massnahmen im Rahmen der Vorarbeiten sind die BSA bereit, den Betrieb während der Hauptarbeiten im Rahmen des UPlaNS sicherzustellen. Dazu baute die Curea Provisorien entlang des Autobahnabschnitts, stellte 16 Kilometer provisorische Rohranlagen auf und zog 140km neue Kabel ein. Da die alte Olma-Zentrale mit ihren Aggregaten und Verteilschränken ebenfalls saniert und zum Teil neu gebaut wurde, kamen hier provisorische Kabelverlängerungen und zwei grosse Transformatoren hinzu, um den Betrieb der Zentrale aufrechtzuerhalten. Insgesamt war es also eine grosse Menge an Material, welches provisorisch verlegt oder montiert werden musste. In Zusammenarbeit mit ASTRA und dem Ingenieurbüro eyebq engineering AG konzipierte Curea zehn Container, welche die technischen Ausrüstungen für die BSA umfassten. Von der Zeichnung bis zur Lieferung der Container aus dem Ausland vergingen zwei bis drei Monate. Die Container wogen zwischen fünf und sieben Tonnen und wurden mit einem Lastwagen-Kran auf das Dach der alten Olma-Zentrale gehoben. Von der Zentrale Olma bis zur Zentrale Blumenwies wurden die Sanierungsarbeiten durchgeführt und mit vereinten Kräften, Effizienz und der grossen Motivation aller Mitarbeitenden planmässig Ende Oktober 2020 fertiggestellt. In der Zukunft wird es eine erneute Ausschreibung des ASTRA geben, um den Abbau der erstellten Provisorien mit den Containern zu organisieren. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Curea auch nach Umzug und Installation gemäss der Vertragslaufzeit noch bis Ende 2021 für deren Unterhalt zuständig. So leistet Curea mit den Partnern der Ressourcen-ARGE «ABC» einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Infrastruktur und Lebensqualität der Stadt St. Gallen. Diese interessante und abwechslungsreiche Erfahrung wird uns definitiv in Erinnerung bleiben.

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